Re: Der Burghof
von Katherine » Mo 15. Feb 2010, 15:57
Langsam fuhr Katherine mit ihrem kleinen Wagen im Burghof ein. Die Wache grüßte freundlich, sie kannten sich schon länger und ließ sie passieren.
Katherine ließ ihren Heinrich im Schritt weiter gehen und lenkte ihn Richtung der Ställe. Sie wusste von den letzen Besuchen, wo sie waren. Dort würde sie auch Ben finden. Er würde sich um ihren treuen Heinrich kümmern und sein Freund John würde ihr helfen die Stoffe nach oben zu tragen.
Kaum hatte sie Heinrich zum stehen gebracht, da stand Ben schon vor ihr und grinst sie an.
Hallo Ben, schön dich mal wieder zu sehen. Geht es dir gut? Katherine lächelte ihn an. Der Junge war ein wenig in sie verliebt, aber er war zu jung. Das hielt ihn nicht davon ab, ihr Komplimente zu machen und ihr zu helfen wo es nur ging.
Morgen, werte Katherine. Mir gehts gut. Du siehst wieder wunderschön aus. Verlegen hielt er ihr die Hand hin um ihr beim Absteigen zu helfen.
Danke Ben, du bist wirklich ein lieber Junge. Sie griff seine Hand und hob mit der anderen ihr Kleid ein wenig an, damit sie nicht auf den Saum trat.
Ben, kannst du bitte John bescheid sagen. Ich hab da ein Bündel Stoffe auf dem Wagen. Das müsste wohl erstmal in den kleinen Saal. Und dann eventuell in die Gemächer der Familie. Sie schaute ihn freundlich lächelnd an.
Klar mach ich Katherine.
Katherine hatte früher immer auf ihn aufgepasst, als er noch ein kleiner Knirps war. Schon damals war er in sie verliebt. Sie kam ihm vor wie ein geduldiger Engel. Sie hatte ihm sogar ein bisschen lesen beigebracht. Dann war er alt genug, dass er keine Aufpasserin mehr brauchte und er war in den Dienst des Grafen getreten. Hier verdiente er gut und brauchte sich keine Gedanken mehr zu machen. Nur würde er hier seiner grossen Liebe wohl keine Zukunft bieten können. Seufzend wandte sich der Bursche ab und brachte Heinrich in den Stall. Er wusste aus Erfahrung, dass Katherine nicht so schnell aus der Burg herauskommen würde. Wenn die Damen erstmal anfingen sich die Stoffe und Pelze anzuschauen, dann konnte das Stunden dauern.
Katherine schaute Ben hinterher, dann durchquerte sie langsam den Hof. Sie grüsste freundlich in alle Richtungen. Viele Freunde und Nachbarn hatte mittlerweile Töchter oder Söhne hier, die für den Grafen arbeiteten.
Während sie zum Wohnturm ging, hatte sie das eigenartige Gefühl beobachtet zu werden. Instinktiv ließ sie den Blick die Fassade hochgleiten und suchte die Fenster ab. Lady Elinor hatte im Laufe der Zeit die Fenster der Burg verglasen lassen. Sie war es leid die Luken mit Teppichen oder Pergament abzudecken.
Katherine war so, als hätte sie in einem der Gästezimmer eine Bewegung wahrgenommen. Sie kniff die Augen zusammen um schärfer sehen zu können. Doch nein, da war nichts mehr.
Vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet, dachte sie und ging weiter Richtung Wohnturm.